UNSERE BLINDENSCHULE

Turbulenzen und offene Türen im Sudan

Unser einheimischer Mitarbeiter Br. Amir im Sudan weiß, was es bedeutet, verhaftet, verhört, geschlagen, verhöhnt und bedroht zu werden. 30 Jahre dauerte die grausame Herrschaft unter dem Diktator Omar al-Bashir – bis dieser im April 2019 gestürzt wurde. Eine neue politische Ära begann mit großartigen evangelistischen Möglichkeiten. Auch der vom Diktator jahrelang verbotene Weihnachtsmarsch, bei dem Tausende Evangelien und Traktate der Karmelmission an die Bevölkerung verteilt werden konnten, war wieder möglich.

Nun putschte das Militär im letzten Oktober erneut. Viele haben panische Angst, das alte Regime könne wieder an die Macht gelangen. Fast alle hochrangigen Armeeoffiziere sind ehemalige Kameraden des gestürzten Diktators und haben Sympathie für die Islamisten. Trotz der nun großen Unruhen mit Toten auf den Straßen bat Br. Amir die Behörden um die Genehmigung unseres Weihnachtsmarsches – ein großes Risiko für Leib und Leben. Aber er wollte unbedingt diese große Möglichkeit nutzen, seinen Landsleuten das Evangelium zu predigen.

Dann erreichte uns am 23. Dezember eine Nachricht von Br. Amir: „Durch die Gnade des Herrn fand der Weihnachtsmarsch heute Morgen ab 8 Uhr statt. In 10 Städten konnten wir 50 Tausend Exemplare Johannes-, Lukas- und Markusevangelien sowie 70 Tausend Traktate über die Bedeutung des Weihnachtsfestes verteilen.“ Dabei kam es immer wieder zu wunderbaren Begegnungen.

Dann kam eine weitere Nachricht von Br. Amir: „Heute erschien ein ganzseitiger Artikel in einer bedeutenden Tageszeitung zur Bedeutung des Weihnachtsfestes. Der Artikel wurde vom Chefredakteur der Zeitung, mit dem ich seit einiger Zeit befreundet bin, auf der Basis meiner Predigt während des Weihnachtsmarsches formuliert. Im Artikel steht wörtlich: ‚Jesus Christus kam zu uns Menschen als unser aller Erlöser.‘ Das ist ein großartiges Zeugnis und blieb nicht ohne Folgen.

Der Imam der größten Moschee Khartums hielt heute vor dem islamischen Nachmittagsgebet eine Hetzpredigt gegen uns Christen, dass wir neuerdings sogar auf der Straße Muslimen das Evangelium verkünden würden. Um es deutlich zu machen, welche Ketzerei ich betrieben habe, zitierte der Imam vor Hunderten Muslimen beinahe meine gesamte Predigt. So machte unser Herr sogar aus einer Hetze gegen uns eine ‚Evangelisation‘ inmitten der größten Moschee Khartums.“

Liebe Missionsfreunde, unsere Glaubensgeschwister im Sudan sind täglich großen Gefahren ausgesetzt. Und dennoch schweigen sie nicht. Sie haben unter der 30-jährigen Diktatur nicht geschwiegen und sie schweigen auch heute nicht. Sie brauchen unsere dringende Unterstützung im Gebet. 

Die Arbeit der Karmelmission unter Muslimen im Sudan wird ermöglicht durch die Gebete und Spenden unserer Missionsfreunde!

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