UNSERE BLINDENSCHULE

Br. Faizans Nachhilfezentrum kommt in Bedrängnis

Die Zeit der muslimischen Feste und Feiertage bedeutet für örtlich ansässige Christen und auch für unsere Mitarbeiter in der Regel eine erhöhte Bedrohungslage. Im Überschwang der religiösen Gefühle bricht sich der Fanatismus Bahn. Das musste kürzlich auch unser Mitarbeiter Br. Faizan* erleben, der in Nordindien eine Tagesklinik sowie ein Nachhilfezentrum für muslimische Slumkinder unterhält. Er berichtet uns:

„Am 21. Juli feierten die Muslime Eid ul-Adha (Opferfest), das höchste islamische Fest. Dabei fiel einigen der örtlichen Mullahs auf, dass einige junge Leute aus der Gemeinschaft und in einigen Fällen sogar deren Eltern nicht zum Festtagsgebet in die Moschee kamen. Daraufhin besuchten die Mullahs alle Familien, deren Kinder zu uns ins Nachhilfezentrum kommen, um schulische Hilfe bei uns in Anspruch zu nehmen. Die Familien wurden streng verwarnt: ‚Wer zukünftig noch ins Nachhilfezentrum geht oder medizinische Hilfe von den Christen in Anspruch nimmt, muss mit schlimmen Konsequenzen rechnen! Vor allem ist es euch strengstens verboten, den jeden Sonntagabend abgehaltenen Gottesdienst im Nachhilfezentrum zu besuchen!’

Trotz dieser Drohung kamen einige Schüler zu unserem nächsten Gottesdienst am 25. Juli. Zuhause jedoch wurden sie von einer aufgebrachten Menge begrüßt. Man begann auf sie einzuschlagen. Den Teenager-Jungs gelang es, zu entkommen, aber zwei Mädchen, Amina* und Jarina*, wurden festgehalten: ‚Warum glaubt ihr an Jesus!‘ Wütend schlug man mit Gürteln auf sie ein. Der Bruder von Jarina trat ihr mehrmals heftig in den Unterleib. Anschließend sperrte man Amina und Jarina in ihrem verletzten Zustand in ein Zimmer ein.

Diese schlimmen Vorfälle ließen uns ratlos und schockiert zurück. Einige Tage lang blieb das Nachhilfezentrum geschlossen. Auch in unsere Tagesklinik kamen nur noch wenige Patienten. Ob wir unsere Arbeit in der Gegend ganz würden aufgeben müssen? Aber wir dienen einem lebendigen, allmächtigen Gott, für den keine Situation ausweglos ist! Inzwischen hatte der Vorsteher und Leiter der Ortschaft – ein Muslim – von den Vorfällen gehört. Er war darüber sehr verärgert und aufgebracht. Seit vielen Jahren ist er mit uns freundschaftlich verbunden. Er freut sich und ist dankbar, dass wir Bildung und medizinische Hilfe in dieses arme Viertel bringen.

Dieser muslimische Gemeinschaftsleiter stellte sich jetzt öffentlich gegen die Mullahs. ‚Ihr sollt eure Arbeit hier nicht einstellen. Ich werde euch helfen!‘ Er ging mit uns von Haus zu Haus und besuchte die von den Mullahs eingeschüchterten Familien. ‚Schickt eure Kinder ins Nachhilfezentrum, eure Kinder brauchen eine gute Bildung! Wenn meine Tochter alt genug ist, werde ich selbst sie auch dorthin bringen! Wenn die Mullahs euch Ärger bereiten, meldet es einfach mir!’

Wir sind Gott sehr dankbar für diese wunderbare Wende! Jetzt kann die Arbeit hier weitergehen. Bitte betet besonders für Jarina und Amina. Sie stehen weiterhin fest zu Jesus. Inzwischen konnten wir ihre Verletzungen in unserer Tagesklinik behandeln. Ihre Eltern erlauben ihnen auch wieder, ins Nachhilfezentrum zu kommen. Im nächsten Februar wollen sie ihren High-School-Abschluss schaffen – für junge Frauen ihrer Gesellschaftsschicht eine außerordentliche Leistung. Bitte betet, dass Gott sie bewahrt und segnet.“

*Name geändert

Die Arbeit der Karmelmission unter Muslimen im Subkontinent Indien wird ermöglicht durch die Gebete und Spenden unserer Missionsfreunde!

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