UNSERE BLINDENSCHULE

Indonesien, ein riesiges Inselreich

Bayu, der Kokosnussmann, hält zu Jesus

Indonesien ist das bevölkerungsreichste islamische Land auf der Erde. Dieses riesige Inselreich, das aus ca. 17.500 Inseln besteht, erstreckt sich in der Breite über eine Strecke von 5.200 km, und von Nord nach Süd sind es über 1.800 km! Früher wurde Indonesien als ein moderat islamisches Land eingestuft, in den letzten Jahren haben sich die radikalen Tendenzen leider deutlich verschärft und Christen geraten verstärkt unter Druck. 

Im Norden der indonesischen Insel Sumatra, der sechstgrößten Insel der Welt, befindet sich die Provinz Aceh. In Aceh herrscht die Scharia, das strikte islamische Gesetz. Dort ist Evangelisation verboten. Leider kann die Karmelmission ihre evangelistischen Radiosendungen, die ansonsten über viele Radiostationen im ganzen Land verteilt ausgestrahlt werden, nicht in Aceh senden.

Aber: Bei Gott gibt es kein Unmöglich. „Das Wort Gottes kann man nicht in Fesseln legen.“ (2. Tim. 2,9) So konnte die Karmelmission vor einigen Jahren zwei Fischerkutter zu Radiobooten zu schwimmenden Sendestationen umrüsten lassen. Diese fahren die Küste Acehs entlang und lassen das Wort Gottes direkt in diese Scharia-Provinz hinein erklingen! Auf ihren Fahrten vor der Küste Nord-Sumatras besuchen unsere Radioboote auch immer mal wieder eine der vorgelagerten Inseln. Auf dieser Insel wohnt Br. Bayu*. Früher war er ein geschickter Kokosnussbaum-Kletterer und konnte diese begehrten Früchte von den Palmen herunterholen. Das brachte ihm den Spitznamen „der Kokosnussmann“ ein. Jetzt ist er schon etwas älteren Jahrgangs und hat sich auf Bananen spezialisiert.

Vor 30 Jahren gehörte Br. Bayu zu den dreißig christlichen Familien, die vom Festland auf diese damals noch unbewohnte Insel zogen. Sie wollten ihren christlichen Glauben in Ruhe vor dem Islam dort ausleben. Dann kamen die Angebote der Muslime: „Wenn ihr zum Islam konvertiert, dann erhaltet ihr Strom auf eure Insel, Schulen, ärztliche Versorgung!“ Die meisten der 30 christlichen Familien haben Jesus verleugnet und sind zum Islam übergetreten, um die Annehmlichkeiten zu bekommen. Nur vier Familien blieben Jesus Christus treu. Für sie wurde das Leben auf der Insel jetzt schwer. Es wird Druck auf sie ausgeübt. Ihre Kinder werden gemobbt. Trotzdem weigern sie sich, ihren Glauben an Jesus aufzugeben.

Einige Wochen vor den weltweiten Corona-bedingten Reiseeinschränkungen vom Frühjahr 2020 konnten Mitarbeiter der Karmelmission aus Deutschland Br. Bayu in seiner Bambushütte besuchen und ihn im Glauben ermutigen. Diese Bambushütte dient gleichzeitig als Gebetshütte für die noch verbleibenden christlichen Familien auf der Insel.

Der Islam ist in Indonesien omnipräsent
Eins unserer Radioboote musste kürzlich generalüberholt werden

Br. Bayus Leben ist nicht leicht. Viel Schweres mussten er und seine Mitchristen auf dieser Insel in den letzten Jahrzehnten erleben. Aber das Leuchten auf Br. Bayus Gesicht ist nicht zu übersehen! Unvergesslich blieb bei diesem Besuch das Zeugnis von Br. Bayu. Er sagte: „Das Licht des Lebens, das Jesus uns gebracht hat, ist viel wertvoller als das elektrische Licht, das uns die Muslime auf die Insel gebracht haben.“  Er sang auch ein selbst gedichtetes Lied in seiner Muttersprache:

„Ich bin stolz, zu Jesus Christus zu gehören.
Niemals werde ich ihn verleugnen.“

Kürzlich sind 9 weitere christliche Familien auf die Insel von Br. Bayu gezogen. Das ist eine willkommene Verstärkung. Aber auch eine Herausforderung: Werden sie es schaffen, dem Druck standzuhalten und Jesus treu zu bleiben? Beten auch wir mit dafür!

*Name geändert

Die Arbeit der Karmelmission unter Muslimen im riesigen Inselreich Indonesien wird ermöglicht durch die Gebete und Spenden unserer Missionsfreunde!

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