UNSERE BLINDENSCHULE

„Ich fordere dich auf: Segne den Propheten!“

Während der Libanon von den äußeren Umständen her gesehen immer mehr in die Armut und ins Chaos abrutscht, finden dort gleichzeitig auch durch die Arbeit der Karmelmission viele Muslime zum Glauben an Jesus. Hier berichtet uns Hussein*, ein heute 33-jähriger syrischer Flüchtling im Libanon, warum er heute Jesus nachfolgt: 

„Ich heiße Hussein und stamme aus Syrien. Früher war ich ein fanatischer Muslim. Mein Glaube entstammte allerdings nicht einer inneren Überzeugung, sondern war in der Angst vor der Strafe Allahs für Ungläubige im Jenseits begründet.

Wie die meisten syrischen Flüchtlinge, die in den Libanon flohen, wollte ich den Schrecken des Bürgerkriegs entkommen und mir ein neues Leben aufbauen. So schrieb ich mich als Student an der libanesischen Universität ein.

Während dieser Zeit traf ich mich eines Tages mit einem Freund. Wir saßen zusammen und tauschten uns über dies und jenes aus unserem Leben aus. Religiöse Themen waren nicht Teil unserer Unterhaltung. Während einer Diskussion unterbrach ich meinen Freund: „Salli ala al-Nabi“, was bedeutet: „Bete für (segne) den Propheten.“ (In der islamischen Kultur, wenn jemand „Salli ‘ala Nabi“ ausspricht, so muss der Gesprächspartner antworten mit: „Allahu ‘alaihi wa sallam“, was bedeutet: Allahs Gebet (Segen) und Frieden auf ihm.)

Viermal wiederholte ich die Aufforderung: „Salli ala al-Nabi!“, doch mein Freund weigerte sich, unseren Propheten zu segnen. Das wunderte mich sehr. Am Ende unserer Unterhaltung zitierte ich einen Hadith (einen Spruch Mohammeds), die Hadith al-Nabi, die den Propheten Mohammed folgendermaßen zitiert: „Die geizigsten Leute sind diejenigen, die nicht für mich beten, wenn mein Name erwähnt wird.“

Mein Zitat war der Startschuss zu einer weiteren langen Diskussion, die bis Mitternacht dauerte! Ich merkte schnell, dass mein Gegenüber kein Muslim mehr war. Er teilte mir mit, dass er Christ geworden sei und sich habe taufen lassen und den Gottesdienst bei Br. John* [einem Mitarbeiter der Karmelmission im Libanon] besuche. Er erklärte mir auch ausführlich seine Gründe für seine Hinwendung zum Christentum und wie viel Falsches und Verwerfliches leider in der Lehre und Praxis des Islam zu finden sei: Dinge, die den Grundprinzipien der Moral und der Menschlichkeit zutiefst widersprechen.

Ich war schockiert. Während ich anschließend den langen Weg zu mir nach Hause fuhr, betete ich, wohl tausendmal: „Möge Allah ihn erleuchten, möge Allah ihn erleuchten …!“ Ich fragte mich: „Wer hat meinem Freund das Gehirn gewaschen, dass er solche Ansichten über den Islam vertritt?“ Ab jetzt trafen wir uns fast jeden Tag, um über den Islam und das Christentum zu diskutieren. Ich begann auch selbst gründlich zu recherchieren und musste feststellen, dass mein Freund in seinen Vorwürfen dem Islam gegenüber in vielen Punkten recht hatte.

Was nun? Mein Freund brachte mich zu Pastor John. Ich traf mich mehrmals mit ihm und er stellte mir Christus vor, so wie er in den Evangelien beschrieben ist. Ich begann, die Worte Christi immer mehr zu bewundern. Was für eine wunderbare Lehre und was für ein wunderbares Leben! Welch eine Friedfertigkeit zeigte er sogar gegenüber jenen, die nicht an ihn glaubten! Da gab es kein Steinigen und keinen Terror. Im Fall der Ehebrecherin sagte er: „Wer unter euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein!“ Lahme und Blinde machte er gesund. Und wie kam es, dass er zu Menschen sagen konnte: „Deine Sünden sind dir vergeben“?

Als wir dann zu der Kreuzigung Jesu und seiner Auferstehung kamen, wurde mir die Sache glasklar: Dieser Mann war nicht nur ein Gelehrter, nicht nur ein Philosoph oder Prophet, nein, er war Gott selbst! Nachdem ich drei Jahre lang den Islam und das Christentum gründlich studiert habe, kann ich die Gottheit Christi nicht mehr leugnen. Und so lege ich heute das Zeugnis ab: Jesus Christus ist der Sohn Gottes! Er ist der Herr aller Herren und der König aller Könige und hat uns mit seinem Blut erlöst. Ich danke Dir, Gott, dass Du mir meine Sünden vergeben hast.“

Liebe Missionsfreunde, bitte beten Sie für den Libanon und die zum Glauben an Jesus gekommenen Muslime.


*Name geändert

Die Arbeit der Karmelmission unter Muslimen im Libanon wird ermöglicht durch die Gebete und Spenden unserer Missionsfreunde!

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