UNSERE BLINDENSCHULE

Der Bibelkalender in der Moschee

Br. Salman* und seine Frau Sr. Maryam* dienen dem Herrn in den muslimischen Dörfern rund um Lucknow in Nord-Indien. Auch in ihrem Bundesstaat Uttar Pradesh gibt es ein sogenanntes Antikonversionsgesetz. Evangelistische Aktivitäten werden hart bestraft. Br. Salman berichtet:

Jeder Tag im Einsatz ist ein Risiko

„Jeder Tag im Dienst ist ein Risiko. Unser Bundesstaat, Uttar Pradesh, ist berüchtigt für seinen Hindu-Fanatismus. Viele Kirchen werden geschlossen. Befreundete Pastoren und Evangelisten sitzen im Gefängnis – oft aufgrund falscher Anklagen. Der Druck der Verfolgung lastet bei unserer Arbeit ständig auf uns. Es kann jederzeit passieren, dass uns jemand wegen „Konversionsversuchen“ bei der Polizei anzeigt. Bei einer Hausdurchsuchung würde man unseren Literaturvorrat der Schriften der Karmelmission entdecken: eindeutige Beweise für unsere Missionsarbeit. Dann müsste ich ins Gefängnis. Aber wir geben nicht auf und wir lassen uns nicht einschüchtern. Die Liebe Christi treibt uns und die Gebete der Missionsfreunde tragen uns.

Ein neues Dorf wird systematisch evangelisiert

Wir beten und fasten, dass Gott uns zu den Orten führt, wo sein Geist die Herzen der Menschen bereits vorbereitet hat. Länger als ein Jahr im selben Einsatzgebiet zu bleiben wäre zu gefährlich. Darum suchen wir uns jedes Jahr ein neues Dorf in einem neuen Einsatzgebiet. Dieses erreichen wir dann systematisch mit dem Evangelium. Meine Frau Maryam macht das durch ihren Nähkurs für junge muslimische Frauen. Ich selbst besuche ausgiebig alle Familien der Dorfgemeinschaft, wo man mir die Türen öffnet. Ich knüpfe Freundschaften, teile das Evangelium und bete mit den Menschen. Jedes Jahr dürfen wir erleben, dass viele Muslime zum Glauben an Christus finden.“

 

Mit 8 Jahren den Koran auswendig gelernt

Br. Salman selbst wuchs in einer strenggläubigen muslimischen Familie im Norden Indiens auf. Ab seinem dritten Lebensjahr musste er um 4:00 Uhr morgens aufstehen, um pünktlich zur Koranschule zu kommen. Im Alter von acht Jahren hatte Salman den gesamten Koran auswendig gelernt. Danach studierte er weitere sieben Jahre an verschiedenen islamischen Hochschulen, unter anderem auch im Iran. Im Alter von zwanzig Jahren wurde er zum Mullah der Zentralmoschee seiner Heimatstadt ernannt

Der Christenverfolger findet zum Glauben

Er hasste und verfolgte Christen. Der Wendepunkt kam, als Christen, die er zuvor geschlagen und verprügelt hatte, zu ihm kamen und ihm mit Tränen in den Augen sagten: „Wir lieben dich und beten für dich.“ Durch einen Mitarbeiter der Karmelmission fand er dann selbst zum Glauben an Christus. Seit 30 Jahren dient er nun bereits im Team der Karmelmission. In dieser Zeit hat die Familie schon viele Bedrängnisse erlebt. Trotz allem Druck machen sie mit Freude weiter, weil sie selbst die rettende Gnade und Güte Gottes erlebt haben. Br. Salman berichtet:

 

Gespräche mit Mullahs

„Inmitten der Schwierigkeiten hilft Gott unserer Arbeit und schenkt Gnade zum Wachstum: Reichlich Zeugnis geben hiervon unsere gesegneten Einsätze in den verschiedenen Bereichen unseres Dienstes. Durch all unsere Aktivitäten schenkt Gott, dass viele Muslime zum Glauben finden.

Als voll ausgebildeter, ehemaliger Maulana (muslimischer Gelehrter) schenkt Gott mir immer wieder besonderen Zugang zu anderen Maulanas. Gerne gehe ich zur Moschee in die Altstadt von Lucknow und suche das Gespräch mit ihnen. Dann rede ich mit ihnen über Jesus, der uns den wahren Frieden bringt und der einzige Weg in den Himmel ist. Zum Abschied schenke ich ihnen dann unseren Bibelkalender.

Die Begegnung in der Bäckerei

Dieser Bibelkalender mit Bibelversen auf Urdu und Arabisch öffnet immer wieder Türen für das Evangelium. Letzten Dezember ging ich in die Bäckerei und gab eine Bestellung über 100 Früchtebrote (Englisch: Plum Cake) auf. Dieses Gebäck wird bei uns traditionell in der Weihnachtszeit gegessen. Wir verschenken die Früchtebrote an arme Muslime, zusammen mit dem Kalender und der Literatur der Karmelmission. Auf diese Weise bringen wir ihnen die Bedeutung von Weihnachten nahe und verkünden das Evangelium.

In dieser Bäckerei traf ich nun Mohamed*. Er ist eigentlich Mullah in der Moschee. Aber sein Onkel ist Bäcker, und immer im Dezember hilft er seinem Onkel die vielen Bestellungen für Früchtebrote zu erledigen. Ich nutzte diese Gelegenheit, um mit Mohamed über Jesus zu sprechen: Wie Jesus geboren wurde und der ganzen Menschheit Erlösung brachte.

Bibelverse in der Moschee!

Dann schenkte ich ihm den Bibelkalender für das neue Jahr. Mohamed freute sich darüber. Als ausgebildeter Mullah konnte er die Bibelverse auch auf Arabisch lesen. Stolz las er mir vor. Unser Gespräch und dieser Kalender war ein erster Anstoß für Mohamed, um Jesus kennenzulernen.

Einen Monat später erhielt ich einen Anruf von ihm. Mohamed bat mich, für ihn zu beten.

„Wo hakt es denn?“, fragte ich ihn.

„Ich habe Problemen mit den anderen Mullahs in meiner Moschee“, bekannte er mir.

„Welcher Art sind denn die Probleme, und was ist der Grund dafür?“, hakte ich nach.

„Ich habe euren Kalender mit Bibelversen bei uns in der Moschee aufgehängt. Das aber gefällt den anderen Mullahs ganz und gar nicht! Sie sind wütend auf mich!“

Liebe Geschwister, bitte betet für Bruder Mohamed, dass Gott ihn beschützt und in seinem Glauben an Jesus festigt!

Aufruf

Liebe Missionsfreunde,

Br. Salman und Sr. Maryam sind seit über 30 Jahren unermüdlich im Einsatz für Jesus Christus unter Muslimen. Es ist für sie eine große Ermutigung zu wissen, dass sie in dieser herausfordernden Arbeit nicht alleinstehen, sondern dass viele Missionsfreunde für sie beten. Ganz herzlichen Dank auch für Ihre Gebete und Ihre Unterstützung für diese wichtige Arbeit in Nord-Indien.

*Name geändert

Die Arbeit der Karmelmission unter Muslimen im Subkontinent Indien wird ermöglicht durch die Gebete und Spenden unserer Missionsfreunde!

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