UNSERE BLINDENSCHULE
Riskante Rettungsaktionen für Opfer des Terrors
„Am 3. Januar 2026 gegen 17:30 Uhr drangen die Kämpfer der Boko Haram in unser Dorf ein“, berichtete Thalimawai* aus Chibok unserem Mitarbeiter Br. Ali*. „Wir kamen gerade von unseren täglichen Verrichtungen auf den Feldern nach Hause zurück. Die Terroristen gaben mehrere Schüsse in die Luft ab, um das Dorf in Panik zu versetzen. Dann gingen sie von Haus zu Haus und töteten alle männlichen Mitglieder der Familien, die sie fanden.
Unser Haus war unter den ersten, die angegriffen wurden. Zu unserem Unglück waren mein Mann und unsere beiden erwachsenen Söhne zu Hause. Die Kämpfer der Boko Haram drangen in unser Haus ein und töteten alle drei vor meinen Augen. Ich wurde wahnsinnig vor Schmerz und versuchte, mich zu wehren. Aber sie schlugen mich brutal und trieben mich aus dem Haus. Sie brannten auch unser Haus nieder und zerstörten die Dorfkirche.“
Thalimawai gehört zu 27 Familien, welche durch unseren Mitarbeiter Br. Ali im letzten Monat nach terroristischen Angriffen in sicheres Gebiet gebracht wurden. Br. Ali* betreut in Zentral- und Nordostnigeria unsere Missionsarbeit unter Muslimen. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit ist auch unsere Hilfe für vom Terrorismus betroffene und verfolgte Christen. Aus seiner Arbeit berichtet er:
„Durch Gottes Gnade sind wir auch in diesem Jahr für den Herrn unterwegs. Wir wissen, dass unser gnädiger Herr weiterhin über uns wachen wird. Gott verspricht (Psalm 125,1): „Die auf den Herrn hoffen, werden nicht fallen, sondern ewig bleiben wie der Berg Zion.“ Wir danken Euch, liebe Missionsfreunde, für Eure Treue im Gebet für uns in diesem gefährlichen Teil der Welt. Bitte betet weiter, denn: Gott hört jedes Gebet.
Wir sind einerseits dankbar, dass die nigerianische Armee nun entschlossener gegen die Terroristen vorgeht. Andererseits erleben wir gerade jetzt eine neue Welle von Anschlägen. In letzter Zeit mehren sich brutale Angriffe, Zerstörungen, Morde und Entführungen durch Terroristen. Das ist vielleicht ihre Reaktion auf die Aktionen des Militärs.
Ich bin dankbar, dass mein Sohn James* mich nun tatkräftig unterstützt und bei meinen Einsätzen begleitet. Die Missionsarbeit ist sehr herausfordernd. Nicht nur die Aktivitäten der Boko Haram machen sie gefährlich, wir erleben leider auch ein zunehmendes Misstrauen, Wut und Hass vonseiten der muslimischen Bevölkerung gegenüber Christen. Das erschwert unsere Arbeit.
Wir bekommen in letzter Zeit häufig Anrufe von bedrängten Christen aus Gebieten, wo Terrorangriffe stattgefunden haben. Diese Opfer des Terrors sind dann in den Busch geflohen, weil ihr Dorf angegriffen wurde. Sie können weder vor noch zurück. Dann rufen sie uns an und flehen darum, dass wir sie retten und in sichere Gebiete bringen.
Gott hört den Schrei jedes Menschen in Not. Seit Anfang Januar haben wir nun damit begonnen, uns um diese gestrandeten Opfer vom Terrorismus in abgelegenen Buschgebieten zu kümmern. In den letzten 4 Wochen konnten wir bereits 27 Familien aus Gefahrenzonen retten und in sicherere Gebiete bringen. Auch aus dem angegriffenen Dorf von Thalimawai erreichte uns ein Hilferuf. Uns war sofort klar, dass wir hier helfen müssen. Inzwischen konnten wir Thalimawai und ihre überlebendende Verwandtschaft in sicheres Gebiet umsiedeln. Wir haben für sie vorübergehend eine Unterkunft gemietet. Wir arbeiten darauf hin, dass sich alle umgesiedelten Familien bis zum Beginn der Regenzeit vor Ort als Kleinbauern so weit eingerichtet haben, dass sie sich anschließend durch Ackerbau selbst versorgen können.
Leider werden unsere Bemühungen, Terroropfer aus entlegenen Gebieten zu retten, manchmal auch blockiert. Wilde Gerüchte machen die Runde, der Westen wolle alle Muslime in Nigeria umbringen. Dass wir verfolgten Christen helfen und in Flüchtlingslagern tätig sind, macht uns für manche Muslime verdächtig. Sie wollen verhindern, dass Berichte zum islamischen Terror gegen Christen an die Weltöffentlichkeit gelangen. Manchmal hindert man uns daran, in betroffene Gebiete zu gehen. Betet dafür, dass Gott uns Weisheit schenkt, jeder neuen Herausforderung richtig zu begegnen. Mit Gottes Hilfe möchte ich mich bald auf die nächste Reise in unser Einsatzgebiet machen.
Ich danke Euch, liebe Missionsfreunde, von Herzen für Eure Unterstützung. Ihr ermöglicht unsere Rettungsaktionen für Christen in höchster Not und Gefahr und auch unsere weiteren Hilfen für verfolgte Christen: unsere Schule und Ausbildungsförderung für Flüchtlingskinder; unsere medizinischen Hilfen; die Nahrungsmittelpakete; den Kauf von Düngemittel und Saatgut für neu angesiedelte Flüchtlinge; und die Bibeln und Liederbücher, um von den Terroristen zerstörte Exemplare zu ersetzen.“
*Name geändert
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- Flüchtlingshilfe, Nigeria
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Die Arbeit der Karmelmission unter Muslimen in Nigeria wird ermöglicht durch die Gebete und Spenden unserer Missionsfreunde!

